Soziales

Ungleichheit und Kapitalismus – 1

| 07. Juli 2016

Kapitalismus und Markt sind in Verruf geraten, weil die Ergebnisse in Sachen Einkommens- und Vermögensverteilung immer drastischer auseinanderlaufen. Im folgenden Beitrag wird gefragt, woran das liegt, und was man systematisch dagegen tun kann.

Warum Ungleichheit unvermeidlich ist

Über Ungleichheit wird heute weltweit in großer Intensität geredet und gestritten. Das größte Problem dabei: Fast jeder verwendet den Begriff anders. Es gibt keine Kohärenz bezüglich der Sachverhalte, die gemeint sind, der Regionen, die man damit abdeckt und der Zeiträume, über die man redet. Folglich sind auch die empirischen Ergebnisse völlig unvergleichbar. Während der eine über globale Ungleichheit und Erfolge beim Aufholen der Entwicklungsländer und beim Abbau der Armut spricht, empört sich ein anderer über zunehmende relative Armut in den reichen Ländern und der Dritte spricht über die Ungleichheit, die einem kapitalistischen System prinzipiell innewohnt.

Ich will in diesem dreiteiligen Stück versuchen, die Zusammenhänge, um die es bei der Ungleichheit geht, zu sortieren und einigen Phänomenen der Ungleichheit auf den Grund zu gehen. Ziel meiner Überlegungen ist es auch, die Diskussion dadurch zu versachlichen, dass ich systematisch frage, welche Formen von Ungleichheit in einem kapitalistischen System unumgänglich sind und welche man vollständig beseitigen oder zumindest vermindern kann. Wie ich schon in mehreren Beiträgen klargestellt habe, ist mir dabei die Wortwahl bezüglich des Systems, über das ich rede, nicht wichtig. Man mag das wirtschaftliche System, in dem wir leben, Marktwirtschaft nennen oder Kapitalismus Entscheidend ist nicht der Begriff, sondern ein möglichst umfassendes Verständnis davon, wie dieses System funktioniert.

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