Exportüberschüsse

Viel gewonnen – noch mehr zerronnen

| 13. Juli 2020
istock.com/eyegelb

143 Milliarden Franken Leistungsbilanzüberschuss hat die Schweiz in den letzten zwei Jahren angehäuft. Und was ist davon geblieben? Weniger als Nichts.

Sorry, liebe Deutsche, aber der wahre Exportweltmeister sind wir, die Schweizer. 88,2 Milliarden Franken Exportüberschuss bei den Gütern und Dienstleistungen, meldet das Datenportal der EU-Kommission für das Jahr 2019. Unter „Germany“ steht da zwar die Zahl von 207,7 Milliarden, aber gemessen am BIP ist das nur etwa halb so viel. Nein, die wahren Weltmeister sind wir.  Fragt sich bloß, was wir davon haben, bzw. was uns davon bleibt.

Ein Nettoüberschuss in der Leistungsbilanz besagt, dass wir mehr exportiert als importiert haben, und dass uns das Ausland als Gegenleistung die Differenz gutschreibt. Das wiederum macht aus schweizerischer Sicht nur Sinn, wenn wir dieses Guthaben – etwa in Zeiten der Not – gegen Waren eintauschen und damit mehr importieren als exportieren können. Konkret geht das so, dass der schweizerische Exporteur eine Gutschrift auf der Bank des Importeurs erhält, die er dann je nach Liquiditätsbedarf gegen andere Finanztitel wie Aktien oder Obligationen eintauschen kann. Wie aus der Statistik der Nationalbank hervorgeht, sind je gut ein Drittel dieser Guthaben in Dollar und in Euro angelegt worden und etwa 20% in übrige Währungen.

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