Ökologie

Wachstum und Entwicklung für immer? – Teil 3

| 25. September 2015

Unsere Umweltserie passt unwahrscheinlich gut zur laufenden Diskussion um die Manipulation von Grenzwerten in der Automobilindustrie, weil das Gemauschel von Unternehmen und Staat mal wieder zeigt, dass die Politiker das zentrale Problem, um das es beim Umweltschutz geht, überhaupt nicht verstanden haben oder sich eben nicht als Volksvertreter verstehen, sondern nur als Lobbyisten. Mauschelei „zugunsten“ einzelner Hersteller oder einer ganzen Branche ist nämlich der unmittelbare Beweis dafür, dass die Politik glaubt, die „Kosten“ des Umweltschutzes der Branche nicht oder doch zumindest nicht vollständig zumuten zu können, bzw. dass die Politiker das als Handlanger der jeweiligen Branche auch gar nicht wollen.

Was aber sind die Kosten? Würde Volkswagen genau wie alle anderen Hersteller (oder vielleicht auch nur einige von ihnen?!), um die Abgasgrenzwerte einzuhalten, eine Technologie einbauen, die teurer wäre als die derzeitige, wo wäre das Problem? Die zusätzlichen Kosten (evtl. auch in Form höheren Spritverbrauchs) müssten von den Verbrauchern aufgebracht werden, falls dadurch das Fahrzeug bzw. das Fahren insgesamt teurer würde, und die zusätzlichen Kosten bedeuteten zusätzliche Erträge für die Hersteller der Teile (z.B. Filter oder Katalysatoren), die nun zusätzlich eingebaut werden. Der Verbraucher würde vielleicht insgesamt mehr für das Auto bezahlen und dafür bei gegebenem Einkommen woanders bei seinem Konsum sparen. Die Automobilhersteller könnten aber auch auf den Einbau irgendwelcher Zierteile verzichten und damit die höheren "Umweltkosten" beim Gesamtpreis des Autos ausgleichen.

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