Ökologie

Wachstum und Entwicklung für immer? – Teil 8

| 11. März 2016

Heute soll es darum gehen, wie man angesichts des im vorherigen Teil beschriebenen Mechanismus der Markträumung dafür sorgen kann, dass global weniger fossile Brennstoffe verbraucht werden. Wie wichtig diese Frage ist, zeigt sich schon daran, dass in der Diskussion, die ich vor einer Woche mit der Bundesumweltministerin hatte, vollkommen unklar geblieben ist, ob es für die Einsparung von Öl zum Beispiel besser ist, wenn der Ölpreis hoch oder wenn er möglichst niedrig ist. Das klingt wie eine Frage, die von Kindern im Kindergarten gestellt wird, aber so einfach ist es gar nicht. Es ist aber in der Tat die entscheidende Frage, um die es geht, weil nur dann, wenn man wirksame Instrumente hat, man auch global gesetzte Ziele erreichen kann. Die Zielsetzung allein, wie sie etwa im Pariser Vertrag niedergelegt worden ist, hilft nicht viel weiter.

Über die Frage, wie sich Preise von nicht-erneuerbaren Ressourcen im Zeitablauf entwickeln könnten, sind viele Überlegungen angestellt worden, ohne dass es praktisch verwendbare Ergebnisse gäbe. So ist zum Beispiel die am meisten diskutierte Regel, die sogenannte Hotelling-Regel, nach der die Produzenten mit einer kontinuierlichen Preisentwicklung rechnen und sich unter anderem am Zins für alternative Anlagen orientieren (hier eine Einführung dazu bei Wikipedia), für die Wirklichkeit total unbrauchbar, weil die Produzenten von ganz anderen Motiven geleitet werden als dort unterstellt und vor allem, weil praktisch in jeder Hinsicht hohe Unsicherheit besteht und all die Variablen, die man kennen müsste, um rational zu handeln, nicht bekannt sind.

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