Finanzsystem

Währungshüterin oder Hüterin von Währungsmythen? - 2

| 12. Juni 2019
istock.com/rudall30

Die Haltung der deutschen Bundesbank besiegelte den deflationären Anpassungszwang für Deutschlands Europartner. Genau aus diesem Grund hat die EZB seit Jahren und bis heute ihr Inflationsziel weit nach unten verfehlt.

Der Übergang zum Euro begann für die Bundesbank mit einer ganz speziellen Herausforderung. Es heißt, Geld mache begehrlich. Das Gold der Bundesbank rief jedenfalls bei Finanzminister Theo Waigel eine besondere Begehrlichkeit hervor: er wollte sich davon gern ein nettes Goldstückchen abschneiden, um seinen dank Dauersparpolitik leeren Haushaltsmagen zu beruhigen. Man erinnert sich an den guten Theo Waigel sicher als nimmermüden Prediger der Heilsbotschaft „3 Prozent bedeuten 3,0 Prozent“. Den Finanzministerkollegen des bayrischen Obersparers wuchsen vermutlich schon Karotten in den Ohren.

Doch der große Stabilitätsprediger hatte daheim selbst Probleme damit, die heilige 3,0 Prozent Marke zu erreichen. Denn im Verbund mit der Bundesbank hatte die Fiskalpolitik Theo Waigels das neu vereinigte Deutschland schwer aus der Bahn geworfen.

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