Theorie

Was die Wirtschaft antreibt: Globalisierung, Automatisierung und Wirtschaftspolitik – 1

| 09. Januar 2017
istock.com/foto-eisele

Globalisierung und Automatisierung sind keine quasi-autonomen „natürlichen“ Entwicklungen, sondern immer Teil dessen, was Menschen und Nationen wollen und zulassen.

In den letzten Wochen und Monaten hat es eine gewaltige Welle von Äußerungen gegeben, die alle einen Tenor haben: Globalisierung und Automatisierung überfordern die Masse der Menschen. Das mache die Bürger und Wähler unsicher und sie verschrieben sich vermehrt dem Populismus, sie liefen also denen hinterher, die versprechen, sie könnten die unumgänglichen Anpassungsschmerzen, die von der Globalisierung und der Automatisierung hervorgerufen werden, lindern oder gar verhindern.

Brexit, der Sieg von Donald Trump in den USA und die Gewinne rechter Parteien in Europa werden von den „Leitmedien“ und der Politik fast unisono diesem Globalisierungskomplex zugeschrieben. Die zunehmende Ungleichheit, die zunehmende Unzufriedenheit mit der eigenen wirtschaftlichen Situation, alles ist am Ende in der konventionellen Sichtweise das Ergebnis der mangelnden Bereitschaft, sich den Anpassungserfordernissen zu stellen, die dem Einzelnen zwar weh tun können, im Großen und Ganzen aber unseren Wohlstand erhöhen. Wollt ihr, so die unterschwellige Botschaft der Populismus-Kritiker, die bittere Medizin von „Flexibilität“ und „Anpassungsbereitschaft“ nicht schlucken, wird euch am Ende der Populismus mit seiner unerträglichen Leichtigkeit des Seins zur Hölle schicken.

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