Demokratie & Staat
Vorwärts immer, rückwärts nimmerVon Sebastian Müller
Abgesang auf eine linksprogressive ZukunftVon Paul Steinhardt
Wirtschaft
Die Konjunktur im Oktober 2021 – 3Von der Redaktion
50 Lehrjahre als ÖkonomVon Werner Vontobel
Kapital & Arbeit
Die Entwertung der ArbeitVon Ulrike Simon
Die vergessene häusliche PflegeVon Carina Frey
VERANSTALTUNGEN
Klimawandel, Inflation, Finanzkrisen, Arbeitslosigkeit: Wirtschaftstheorie für das 21. Jahrhundert.24. April 2026, 09:00 Uhr
Universität zu Köln
Machtfaktor Stablecoins. Kryptowährungen zwischen Finanzinnovation und Geopolitik.05. Mai 2026, 09:00 Uhr
HAW Kiel
Geldpolitik zwischen Theorie und Praxis. Geldschöpfung, Zinssteuerung und Krisenanfälligkeit des Kreditsystems.29. Mai 2026, 13:20 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Chinas Finanzsystem: Staat, Markt und Macht in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.25. Juni 2026, 10:00 Uhr
Goethe-Universität in Frankfurt am Main
Kapitalismus und Kritik. Der lange Weg vom Wachstum zum guten Leben für alle.01. Juli 2026, 10:00 Uhr
Berlin
WEITERE AUSGABEN
Editorial
„Fortschritt“ für wen?
Von der Redaktion
| 22. Dezember 2021istock.com/Massonstock
Liebe Leserinnen und Leser,
willkommen im Wahnsinn einer neuen Woche. In unserer letzten Ausgabe für dieses Jahr sind wir mit folgenden Themen für Sie da:
- Vorwärts immer, rückwärts nimmer: Die Ankündigungen der Ampelregierung lassen befürchten, dass die Reise dort weitergeht, wo sie 2005 endete: bei gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Radikalliberalisierungen.
- Linksprogressive Zukunft: Die SPD ist Teil einer selbst ernannten „Fortschrittskoalition“, die das Staatsbürgerrecht „modernisieren“ möchte. Ist das eine Abkehr oder Bekräftigung von sozialdemokratischen Werten?
- Gas als Waffe: Im Koalitionsvertrag der deutschen Ampel-Regierung kommt das Word „Nord Stream 2“ kein einziges Mal vor. Die Ostsee-Gaspipeline war zwischen den Grünen und der SPD so umstritten, dass man das Thema kurzerhand ausgeklammert hat. Umso heftiger wird der Streit nun in Brüssel ausgetragen – mit fatalen Folgen.
- Die vergessene häusliche Pflege: Pflegende Angehörige bewahren das Pflegesystem vor den Kollaps. Doch in der Corona-Krise bekommen sie kaum Unterstützung. Dabei wäre es leicht, ihnen zu helfen.
- 50 Lehrjahre als Ökonom: Die Gleichgewichtsmodelle der „modernen“ Ökonomie bieten keine brauchbare Grundlage für wirtschaftspolitische Entscheide. Werner Vontobel sucht nach einem realistischeren Modell.
- Kraftlose Konjunktur: Bau und Einzelhandel schleppen sich mit wenig Dynamik in den Corona-Winter. Die Energiepreise steigen weiter. Für das vierte Quartal wird jetzt ein Minuswachstum erwartet. Die Hoffnungen, dass der Corona-Spuk mit dem Frühjahr 2022 vorbei sein wird, mit Omikron und der drohenden fünften Welle endgültig zerstoben.
- Deflationsrisiken in den USA? Finanzmärkte irren sich mitunter. Aber die Anleger auf dem Anleihemarkt rechnen nicht mit einer anhaltenden Inflation. Der Verbraucherpreisindex könnte sogar negativ werden.
- Was Macron das Amt kosten könnte: Nach dem Ende der Ära Merkel steht im April eine weitere Entscheidung von internationalem Gewicht an. In Frankreich könnte den Konservativen ein Comeback gelingen. Das ist für Macron ein Problem.
- Entwertung der Arbeit: In unserer Kindheit haben wir aus dem Spiel „Reise nach Jerusalem“ eine wichtige Lehre fürs Leben mitgenommen: einen Stuhl ergattert man nur bei voller Konzentration und unter Einsatz der Ellbogen. Übertragen auf den Arbeitsmarkt: Gibt es eine natürliche Arbeitslosenquote oder kann der Staat für genügend Stühle sorgen?