Armut im Überfluss: Zur Selbststeuerungsfähigkeit des Marktes
Warum wirtschaftlicher Überfluss allein keine Prosperität garantiert und weshalb die orthodoxe Marktlehre an der Frage der effektiven Nachfrage scheitert.
Im Herbst 1934 arbeitete Keynes in Cambridge an der Fertigstellung der ersten Fassung seines Hauptwerkes "General Theory of Employment, Interest and Money" (1936; dt. im selben Jahr: "Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes"), das er passagenweise in seine Vorlesungen des Herbsttrimesters einfließen ließ. In dieser Phase erklärte er sich ebenfalls bereit, für die BBC einen Beitrag zu deren damaliger Sendereihe „Armut im Überfluss“ („Poverty in Plenty“) zu leisten, der am 19. November 1934 gesendet wurde.
Die anderen Redner in dieser Reihe, auf die sich Keynes in seinem Beitrag namentlich bezieht, waren der Mathematiker und Ökonom Hubert Douglas Henderson (1890–1952), der Bankier Robert Henry Brand (1878–1963), der Ökonom Lionel C. Robbins (1898–1984), der Labour-Politiker Edward Hugh Dalton (1887–1962), der Historiker und Wirtschaftspublizist John Atkinson Hobson (1858–1940), der Publizist Alfred Richard Orage (1875–1934) und die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin Barbara Wootton (1897–1988). Dem Plan, die Vorträge im folgenden Jahr als Aufsatzsammlung erscheinen zu lassen, verweigerte Keynes für seinen Text die Zustimmung mit der Begründung: „Der informelle Vortrag und das geschriebene Buch sind völlig verschiedene Medien, um seine Gedanken zum Ausdruck zu bringen, und sollten weder verwechselt noch miteinander gleichgesetzt werden“; die Idee einer nachträglichen Veröffentlichung sei „geeignet, zum Nachteil des gesprochenen Wortes zu wirken“. Der Plan wurde daraufhin aufgegeben.
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