Arbeitszeitrechnung: Fiktion und Realität
Anhänger einer Arbeitszeitrechnung wollen den gesellschaftlich notwendigen Aufwand von Arbeit mathematisch bestimmen. Doch die komplexe Dynamik von Angebot und Nachfrage lässt sich nicht einfach durch eine zentrale Berechnung simulieren.
„Zu wenig und zu viel ist dem Narren sein Ziel”. In der Marktwirtschaft sind zwar in den allermeisten Fällen nicht unbedingt Narren am Werk. Dennoch lässt sich mit unschöner Regelmäßigkeit beobachten, dass zu viel oder zu wenig von bestimmten Gütern angeboten wird. Erst im Nachhinein stellt sich auf den Märkten heraus, ob ein Anbieter mit seinem Produkt oder seiner Dienstleistung auf zahlungsfähige Nachfrage trifft oder „am Markt vorbei produziert” hat. In wirtschaftlichen Krisenzeiten eskaliert das Missverhältnis zwischen massiven Überkapazitäten in den Betrieben und mangelnder Nachfrage.
Angesichts dieser Malaise sind manche auf die Idee gekommen, die in Produkten oder Dienstleistungen verausgabte gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit zu berechnen. Sie verbinden damit die Hoffnung, es lasse sich ohne den „Umweg” über den Markt bereits im Betrieb feststellen, ob seine Arbeit in einer Weise erfolgt, die unter oder über dem gesellschaftlichen Durchschnitt liegt.
[...]Nichts schreibt sich von allein!
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