Nominal stabil, real abhängig: Wie der CFA-Franc Afrikas Entwicklung bremst
Seit acht Jahrzehnten hält der CFA-Franc die westafrikanischen Staaten in Schach. Statt Stabilität zu schaffen, bindet er die Länder an Frankreich, hemmt industrielle Entwicklung und macht sie abhängig von ausländischen Schulden und internationalen Institutionen.
Wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, Ende Dezember 1945, meldete die französische Übergangsregierung den CFA-Franc beim neu gegründeten Internationalen Währungsfonds (IWF) an. Die neue Rechnungseinheit – der Franc des colonies françaises d’Afrique – war für den gesamten französischen Kolonialraum in Subsahara-Afrika vorgesehen, einschließlich Madagaskars und Réunions, und sollte dort als einheitliche Währung in Umlauf gebracht werden.
Anders als Großbritannien entschied sich das Frankreich der Nachkriegszeit dafür, den Kolonialwährungen einen hohen Außenwert zuzuweisen. Bei seiner Einführung entsprach ein CFA-Franc 1,70 Metropolfrancs; bis 1948 waren bereits zwei Metropolfrancs nötig, um einen CFA-Franc zu erwerben. Eine derart „starke“ Währung wirkt ökonomisch wie eine Subvention für Importe und zugleich wie eine Steuer auf Exporte – mit entsprechend strukturellen Folgen für die kolonialen Volkswirtschaften.
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