Der italienische Patient

Erneut auf der Intensivstation?

| 12. Juni 2019
"www.istock.com/Anastasiya Yatschenko\ "

Italien ist Deutschlands liebster Feind. Ist es bloßer Neid, sind es Vorurteile oder ist es nur einfach Dummheit, die verhindern, dass es eine vernünftige Auseinandersetzung mit der Politik Italiens und der Problematik seiner europäischen Integration gibt?

Bei keiner Frage liegen die deutschen Medien und die deutsche Politik so kollektiv daneben wie bei Italien. Wann immer die Diskussion um unser südliches Nachbarland aufflammt, erhebt sich eine Hydra von Vorurteilen, die jeden zu verschlingen droht, der sich seines Verstandes bedient. Ja, es ist, wie ich vor einigen Monaten in einer dreiteiligen Serie dargelegt hatte (hier der erste Teil),  keine Übertreibung zu sagen, dass man offensichtlich bei Italien keinerlei Beißhemmung hat, während man sich gegenüber dem „Erzfeind“ Frankreich doch nicht traut, so offen die nationalen bzw. nationalistischen Ressentiments zu zeigen.

In der Sache hat sich an der Lage Italiens nicht viel gegenüber der Situation verändert, die wir im Sommer des vergangenen Jahres ausführlich beschrieben haben (hier). Doch der klare Sieg der (von den deutschen Medien regelmäßig „populistisch“ oder „nationalistisch“ genannten) Lega in den Europawahlen und deren erneute Forderungen nach einer Lockerung der Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspaktes haben in Deutschland wiederum eine Welle an extrem absurden und wirklich dummen Stellungnahmen hervorgebracht (wie hier und hier).

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