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Einen Stein ins Wasser zu werfen, ist seit Jahrzehnten Politik nach Art der CDU. Die Bürger haben aber ein Recht zu erfahren, ob die größte Partei Deutschlands sich in ökonomischen Fragen angemessen beraten lässt und somit ihrer politischen Verantwortung gerecht werden kann.
Nikolaus Piper ist über die MMT irritiert - und durfte über seine Gefühlswelt in einem „Essay“ in der Süddeutschen Zeitung berichten. Wenn die Absicht der SZ war, ihren Lesern vorzuführen, welch abstruse Reaktionen die Konfrontation mit Fakten bei einem Wirtschaftsjournalisten auszulösen vermögen, dann ist zu einem grandiosen Erfolg zu gratulieren.
MMT-Vertreter beklagen ganz zu Recht, oft missverstanden zu werden. Sie könnten solche Missverständisse aber helfen zu vermeiden - wenn sie sich von ihrer Formel „Geld ist Kredit“ und ihrer Bilanzgläubigkeit verabschieden würden.
So die Botschaft Maurice Höfgens in seinem beim renommierten Schäffer-Poeschel Verlag veröffentlichten Buch »Mythos Geldknappheit«, über das er mit unserem Chefredakteur Paul Steinhardt diskutiert hat.
Die wichtigste Zentralbank der Welt hat ihre geldpolitische Strategie grundlegend überdacht. Eine Zeitenwende und der Schlussstrich unter die Epoche des Neoliberalismus deuten sich an.
Die Schweizer Vollgeld-Initiative war eine so komplexe Materie, dass sie scheitern musste. Der Versuch, mit Banken-Bashing zu punkten, half ebenso wenig wie die steile These, das geltende Kreditsystem sei verfassungswidrig.
Finanzspekulationen haben destabilisierende Wirkungen auf die Realwirtschaft. Die Reformvorschläge der Vollgeldreformer aber laufen in die Irre. Dabei gibt es erfolgsversprechende Maßnahmen zu ihrer Begrenzung.
Unser Geldsystem ist dysfunktional ausgestaltet – das sehen sowohl Vollgeld- als auch MMT-Vertreter so. Darüber hinaus aber trennen sie tiefe Gräben. Trotzdem: Die MMT sollte mit den Vollgeldreformern für eine Beendigung des Geldschöpfungsprivilegs der Banken streiten.
Aufklärung über unser Geldsystem tut gerade jetzt not, um der Wirtschaftspolitik die Richtung zu weisen. Das hat sich wohl auch Alexander Hagelüken gedacht und deshalb dazu ein Buch geschrieben. Ein Lesebericht.
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