Auch in Zukunft Hand in Hand
Der Zusammenhang von Erwerbsarbeit und Sozialstaat war immer besonders eng. Trotz der Rede vom Bedeutungsverlust der Arbeit wird sie zentraler Vergesellschaftungsmodus und essensziell für die Leistungsfähigkeit des Sozialstaats bleiben.
Was wird aus dem Sozialstaat? Hat er in seiner derzeitigen Gestalt überhaupt eine Zukunft, fragen sich Befürworter, Kritiker und Gegner gleichermaßen, wenn auch mit unterschiedlicher Stoßrichtung. Dass die Verfechter und Vollstrecker des Neoliberalismus, dass die Wirtschaftsliberalen und die marktradikalen Staatsfeinde den Sozialstaat am liebsten weiter schleifen würden, ist ein offenes Geheimnis. Und wie zur Bestätigung hat der Bundeswirtschaftsminister das Thema „zu hohe Sozialabgaben“ mal wieder aus der Mottenkiste geholt.
Eine andere Form der Infragestellung kommt aus den Reihen progressiver Kritiker, Zweifler und Weiterdenker, die aus der Perspektive der Verheißung, der positiven Utopie argumentieren. Eine Überwindung des traditionellen Sozialstaats gilt hier deswegen als erstrebenswert, weil sie mit der Hoffnung oder Zuversicht verknüpft ist, dass es dank neuer technischer Möglichkeiten in Bälde möglich sein wird, das Joch der Arbeit weitgehend abwerfen zu können. Wenn gesellschaftlicher Reichtum dann nicht mehr qua Lohnarbeit, sondern auf gänzlich andere, auf egalitärere Weise produziert werde, bedürfe es keiner Institution des nachträglichen Ausgleichs durch Umverteilung mehr.
[...]Nichts schreibt sich von allein!
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