Über Tiefsinn und Krieg
Herfried Münkler zur Unvermeidlichkeit von Kriegen.
Theodor W. Adorno hat in einer seiner Vorlesungen, die uns zum Glück erhalten sind, über den Tiefsinn nachgedacht. Der tiefsinnige Denker wolle sich vom leichtfüßig auf der Oberfläche tanzenden Denker darin unterscheiden, dass er oder manchmal auch sie uns tiefe Einsichten ins menschliche Sein liefern. Danach gehöre Leiden zum menschlichen Dasein notwendig dazu. Tiefsinnsphilosophie rechtfertige Leiden. Leben sei Leiden.
Wir haben alle Leidenserfahrungen gemacht, und manchmal haben sie uns sogar weitergebracht. Wir packen bestenfalls Dinge nach einer Krise anders an. Wenn es schlecht läuft, werden wir depressiv. Zu einer gelungenen Individuation gehören auch Leidenserfahrungen und Leidensfähigkeit, sie sind aber beileibe nicht alles. Die fundamentale Leidensapologie, die Adorno kritisiert, will uns aber erzählen, dass menschliches Leben wesentlich Leiden ist und nichts anderes sein kann und sollte.
[...]Nichts schreibt sich von allein!
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