Klimazerstörung

Die Emissionsexzesse der Superreichen

| 20. Juni 2023
istock.com/Patrick Daxenbichler

Allein 48 Prozent der globalen CO2-Emissionen fallen auf 10 Prozent der Weltbevölkerung. Doch diese Reichen und Superreichen müssen die Folgen des Klimawandels zugleich am wenigsten fürchten.  

Die Klimazerstörung schreitet fort, offensichtlich unaufhaltsam. Das zeigt die weltweite Entwicklung der CO2-Emissionen aus der Verbrennung von fossiler Energie und aus industriellen Prozessen in der langen Frist seit 1850 bis heute.

Grafik 1

Eine Erwärmung um 1,1 °C ist nach den aktuellen (diesjährigen) Berichten des IPCC [1] schon erreicht, also drei Viertel des Weges bis zu der definierten Grenze von 1,5 °C [2] in jahrzehntelanger Emission zurückgelegt. Es geht jetzt immer schneller. Da die Emissionen träge und verzögert wirken, haben wir jetzt schon mehr als die 1,1 °C bewirkt. Die 1,5 °C sind sicher.

Es ist nicht so, dass wir mit unverminderter Geschwindigkeit auf die Klimakatastrophe zurasen, sondern wir erhöhen diese Geschwindigkeit noch. Spätestens seit 1990 sind die ungeheuren Risiken bekannt, die da kommen. Aber auch in den Jahrzehnten danach und bis heute werden, ganz kurz nur unterbrochen durch die schwersten Wirtschaftskrisen, immer noch mehr Treibhausgase emittiert, jedes Jahr eine höhere Menge.

Schon das Konstant halten der Treibhausgasmengen gelingt trotz aller Bekenntnisse und Absichtserklärungen nicht – zumindest nicht global gesehen: All die großartigen Klimaschutzversprechen der Länder auf der Pariser Konferenz 2016 und danach würden nichts weiter bewirken als einen exponentiellen Anstieg zu verhindern. Aber sogar die Umsetzung dieser Versprechungen besitzt nach allgemeiner Einschätzung nur eine geringe Eintritts-Wahrscheinlichkeit.

Sollen die 1,5 °C bis zum Ende dieses Jahrhunderts gehalten werden, erfordert das eine derart fundamentale Umkehr unseres Verhaltens, dass das unter den gegebenen gesellschaftlichen Realitäten schlicht nicht vorstellbar ist (siehe Grafik 1, zugrunde liegend: Modellrechnungen des IPCC). Unter der 1,5-°C-Linie zu bleiben, hält keine Studie mehr für möglich. Und niemand weiß wirklich, was genau passiert, wenn wir die 1,5 °C überschreiten: um 0,2 °C oder um 0,5 °C oder gar um 1,5 °C.

Wasserstoff ist momentan der Hype schlechthin, der gefeierte Game Changer, der zukünftig einfach alles möglich macht und damit jedes Versagen im hier und jetzt ausbügelt. "Technologieoffenheit" heißt das Zauberwort, das erlaubt, die Hände weiter in den Schoß zu legen und die Zukunft dem Markt anzuvertrauen.

Dabei ist die Klimageschichte ja noch nicht alles, womöglich nicht mal das Schlimmste. Die fortdauernde Erosion des Bodens, die laufende Verschlechterung der Bodenqualität, das Ende der Bodenschätze von Metallen und Mineralien: das könnte die Menschheit womöglich noch viel härter treffen.

Das Kohlenstoffbudget und seine schnelle Ausschöpfung

Naheliegenderweise steigt die Temperatur umso schneller, je mehr Treibhausgase emittiert werden. Zu beachten für das konkrete Ausmaß dieser Beziehung sind:

  • die sehr unterschiedlichen Wirkungen der verschiedenen Treibhausgase nach Stärke und zeitlicher Ausdehnung
  • die schwer überblickbare Fülle an Nebenwirkungen, Rückwirkungen, Verstärkungen (Kipppunkte, etwa der auftauende Permafrost)

Da weder die Menschheit noch der Planet Erde jemals eine derart extrem rasante Klimaänderung erlebt hat [3], sind die Folgen der Emissionen, vor allem der zeitliche Eintritt der Zweitwirkungen, nur schwer abzuschätzen. Das IPCC trägt der Unsicherheit dadurch Rechnung, dass es Wahrscheinlichkeiten dafür schätzt, dass bestimmte Temperaturmaxima bei bestimmten künftigen Emissionsmengen noch eingehalten werden können.

Das Kernergebnis des IPCC: Wenn ab Jahresanfang 2020 nicht mehr als 500 Milliarden Tonnen CO2 ausgestoßen werden, dann wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent langfristig eine Temperaturerhöhung um 1,5 °C nicht überschritten. Diese Menge von 500 Milliarden Tonnen nennt das IPCC das noch verbleibende Kohlenstoffbudget.

Diese Budgetaussage hängt an zwei Umständen: Neben den aufgeführten CO2-Emissionen aus fossiler Verbrennung und aus industriellen Prozessen gibt es noch eine zweite wichtige Quelle für CO2-Emissionen: die Nutzung von Land und die Nutzungsänderung von Land (englische IPCC-Bezeichnung: LULUCF). Das sind erhöhte oder verminderte Emissionen oder auch negative, also der Luft entzogenes CO2 durch Entwaldung oder Wiederaufforstung oder durch Raubbau-Bodennutzung oder durch die Trockenlegung von Mooren oder durch ihre Wiedervernässung. Bis vor etwa 100 Jahren war das sogar die Hauptursache anthropogener Emissionen.

In den letzten Jahrzehnten betrugen sie etwa 5 Milliarden Tonnen jährlich mit geringen Schwankungen (in den letzten Jahren Rückgang auf knapp 4 Milliarden Tonnen in 2021; Emissionsschwerpunkte sind Lateinamerika, Südostasien, Afrika). Diese Emissionen müssen für das verbleibende Kohlenstoff-Budget von 500 Milliarden Tonnen mit berücksichtigt werden. 2021 betrugen die CO2-Emissionen insgesamt und weltweit 41,1 Milliarden Tonnen, 2022 nach vorläufigen Schätzungen etwa 1 Prozent mehr (IEA, März 2023).

Neben dem CO2 existiert eine Reihe weiterer Treibhausgase, vor allem Methan und Distickstoffoxid. Ihr Anteil an der Klimaänderung beläuft sich auf etwa ein Viertel, das CO2 ist also für drei Viertel verantwortlich. Anders als die vorgenannten LULUCF sind diese Treibhausgase im Zeitverlauf wichtiger geworden, allerdings nicht in so rasantem Tempo wie das CO2 aus der Verbrennung. Diese Gase rechnet das IPCC nicht in sein Kohlenstoff-Budget mit rein; es unterstellt, dass die Emission dieser Gase parallel zu den CO2-Emissionen und in ähnlicher Geschwindigkeit zurück geht [4].

Noch 500 Milliarden Tonnen CO2 emittierbar ab 2020: ist das beruhigend viel? Grafik 2 gibt die Antwort: Hier habe ich, ausgehend von den 500 Milliarden Tonnen ab 2020, mit den jährlichen Emissionswerten (Verbrennung plus LULUCF) das Budget bis 1850 zurück gerechnet. Die Leerung des verfügbaren Budgets ergibt dann eine gebogene Kurve, die anfangs nur geringfügig sinkt, dann aber immer stärker nach unten abbiegt und in den letzten Jahrzehnten rasant der Budget-Ausschöpfung (und -Überschreitung) zustrebt. Wird weiter so emittiert wie in 2021, dann ist das Budget in 9 Jahren, in 2032 ausgeschöpft.

Grafik 2

Hinzu kommt: Eine 50-Prozent-Wahrscheinlichkeit, dass eine langfristige 1,5-°C-Überschreitung vermieden wird. Eine kurzfristige und mit viel Anstrengung eventuell rückgängig machbare Überschreitung ist laut IPCC ohnehin nicht mehr vermeidbar. Fordert man eine Vermeidens-Wahrscheinlichkeit von 80 oder 90 Prozent, dann ist das noch verfügbare Kohlenstoffbudget ab 2020 natürlich geringer, es dürfte nach den IPCC-Angaben auf die Größenordnung von 100 Milliarden Tonnen CO2 fallen. Das ist ein Wert, der in den drei Jahren 2020, 2021, 2022 schon ausgeschöpft wurde.

Anders formuliert: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch bei sofortigen weltweiten Null-Emissionen die 1,5-°C-Grenze auf Dauer und langfristig reißen würden, dürfte heute schon an die 20 Prozent reichen. Und sie steigt mit jeder Tonne Emission. 2032 wird sie bei 50 Prozent liegen und einige Jahre später wird es dann höchstwahrscheinlich sein, dass wir die 1,5 °C auf Dauer überschreiten – es sei denn, wir ändern schnellstmöglich und fundamental unser Emissionsverhalten weltweit, so wie es die blau gestrichelte Linie in Grafik 1 vorgibt.

Darauf deutet aber nichts hin. Laut IPCC führen die derzeitigen tatsächlich wirksamen Emissionsverpflichtungen, also die reale Klimaschutzpolitik in den Ländern, zu einem Anstieg der derzeitigen weltweiten Emissionen um etwa 10 Prozent bis 2030. Sie erfüllen nicht einmal die ohnehin schon viel zu niedrigen Klimaschutzverpflichtungen, die jedes Land für die Pariser Konferenz 2016 abgegeben und seither fortgeschrieben hat. Die reale Klimaschutzpolitik geht klar in Richtung plus 3 °C.

Und was ist mit der 2-°C-Grenze, also der Erhöhung, die nach dem Pariser Abkommen 2016 keinesfalls überschritten werden darf? Hier beziffert das IPCC das Budget auf 1350 Milliarden Tonnen CO2, ebenfalls ab 2020 und mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent. In Grafik 2 wird das mit derselben Systematik in der oberen Kurve verdeutlicht. Danach ist, wenn wir mit derselben Emission wie derzeit weiter machen, auch dieses Budget 2052 ausgeschöpft.

Nach Klimawissenschaftlern sind die Folgen bei 2 °C Erwärmung wesentlich gravierender als bei 1,5 °C. Mit jedem Zehntelgrad schreitet die Klimazerstörung progressiv, also mit immer größeren Wirkungsschritten voran. Jedes weitere Zehntelgrad zeitigt zunehmend schlimmere Klimazerstörungen als die bisherigen Zehntelgrad-Erwärmungen.

Das ist der Preis für eine seit 1990 – weltweit – völlig unzulängliche "Klimaschutzpolitik". 30 Jahre marktfromme Klimapolitik haben immer tiefer in den Schlamassel hinein statt, wie versprochen, herausgeführt.

Die Emissionsexzesse der Reichen zerstören das Klima

Die Klimazerstörung ist menschengemacht, jeder Mensch leistet seinen individuellen Beitrag. Aber die einzelnen Beiträge könnten nicht krasser unterschiedlich sein. Nach neuen Untersuchungen der IEA[5] verbrauchen die oberen 10 Prozent der Emittenten der Weltbevölkerung (782 Millionen Menschen) mehr als 200mal so viel CO2 wie die untersten 10 Prozent.[6] Einer aus dieser exzessiven Verschwendergruppe verbraucht also alle drei Monate die Mengen CO2, die bei einem sparsamen Menschen das ganze Leben reichen müssen.

In Grafik 3 ist die Weltbevölkerung angeordnet nach ihrer Emissionsintensität. Es wird deutlich, dass etwa 3 Milliarden Menschen so gut wie keinen Anteil an den Emissionen haben. Eine riesige Mehrheit von zwei Dritteln der Weltbevölkerung liegt deutlich unter dem weltweiten Emissionsdurchschnitt von 4,7 Tonnen CO2 pro Kopf, ungefähr 10 Prozent der Weltbevölkerung liegt rund um und in der Nähe des Durchschnittes, und nur ein Viertel liegt darüber – und zwar weit darüber.

Grafik 3, Quelle: IEA. Licence: CC BY 4.0

Dieses emissionsintensivste Viertel der Weltbevölkerung umfasst den Großteil der Nordamerikaner (mehr als 80 Prozent von ihnen), rund 60 Prozent der Bevölkerung der EU und schon rund die Hälfte der Chinesen. Auch ein Zehntel der Inder sind hier mit dabei, aus den armen Ländern nur Vereinzelte, nur die reichste Land- und Finanzelite, die Oligarchen, minimale Prozentanteile an der Bevölkerung. Was arm und was reich ist, wird hier aus der weltweiten Sicht definiert, also aus der Sicht der riesigen Mehrheit armer Menschen in armen Ländern.

Grafik 4

Grafik 4 stellt diese ungeheure Spreizung der Verantwortlichkeiten für die Emissionen konzentriert dar. Die Weltbevölkerung ist in Dezile (= 10 Gruppen von jeweils 10 Prozent der Bevölkerung) unterteilt, und zwar geordnet nach auf- bzw. absteigender Emissionsintensität, also quasi eine Zusammenfassung der Grafik 3. Hier wird deutlich, dass die emissionsärmste Hälfte der Weltbevölkerung nur auf 7 Prozent aller Emissionen kommt, was noch deutlich weniger ist als die Emissionen allein des obersten Prozents der Bevölkerung (etwa 9 Prozent aller Emissionen). Und sogar 90 Prozent der Weltbevölkerung sind nötig, um so viele Emissionen zu erreichen wie die Top 10.

Verursacher und Leidtragende: nicht ein- und dieselbe Gruppe

Geht man zunächst davon aus, dass unter dem Klimawandel jeder Mensch gleichermaßen zu leiden hat, dann bedeutet das: das emissionsärmste Dezil verursacht zwar 0,2 Prozent, erleidet aber – wie jeweils auch die anderen Dezile – 10 Prozent der Folgeschäden.

Auf der anderen Seite die Top 10-Gruppe: Sie verursacht 48 Prozent der Klimaprobleme und leidet, annahmegemäß, nur an 10 Prozent der katastrophalen Entwicklung. Sie kommt in der Verursacher-Betroffenen-Bilanz also ausgesprochen günstig weg: Etwa vier Fünftel der von ihr verursachten Auswirkungen kann sie auf Andere abschieben.

Aber die Realität ist noch schlimmer: Denn zum einen kann die Natur nach den Einschätzungen der Klimawissenschaftler ein gewisses – niedriges – Ausmaß an Treibhausgas-Emissionen absorbieren, aufnehmen und kompensieren, ohne dass es zu Klimaänderungen kommt. Demzufolge haben die untersten Dezile überhaupt keinen Anteil an der Klimazerstörung.

Zum anderen gehören die Hauptverursacher zu den nur unterdurchschnittlich Betroffenen der Klimazerstörung: Sie leben hauptsächlich in den gemäßigten Breiten, das sind die Weltgegenden, die von Klimaänderungen weniger schlimm (für menschliche Lebensmöglichkeiten) betroffen sein werden als die tropischen und subtropischen Gebiete. Reiche können sich vor Katastrophen ungeheuer viel besser schützen als Arme: sie können eine überschwemmungsgeschützte Villa auf dem Hügel bauen lassen; eine umfassende Schadensversicherung bezahlen; leichter mit Auto oder Hubschrauber aus einer aktuellen Katastrophengegend fliehen; einer gerade anstrengenden Witterung per Flugzeug in eine gerade günstigere Urlaubsgegend ausweichen; ihren Lebensmittelpunkt notfalls leichter wechseln als die Armen, die durch die Wüste wandern und per Schlauchboot über das Mittelmeer müssen.

Was wäre ohne Emissionsexzesse anders?

Was wäre, wenn es die Emissionsexzesse der Reichen nicht gäbe, nicht gegeben hätte? Ein Blick zurück auf das Kohlenstoffbudget aus Grafik 2: Wie lange würde das Budget noch reichen, wenn es diese hohen Emissionen nach 1990 nicht mehr gegeben hätte – also seit in Öffentlichkeit und der Politik eindeutig klar wurde, dass der Konsum der Menschen das Klima verändert?

Das ist natürlich eine hypothetische Frage. Grafik 6 nimmt an, dass die prozentualen Anteilsverhältnisse der Bevölkerungs-Dezile unverändert seit 1990 gelten.

Grafik 5

Dann ergeben sich folgende Verläufe der Budget-Ausschöpfung für den Fall, dass eine Erwärmung um mehr als 1,5 °C mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit vermieden werden soll:

  1. der Ist Verlauf plus die Perspektive, wenn künftig genauso viel emittiert wird wie 2022, also die identische Kurve wie in Grafik 2 abgebildet. Das Budget ist dann 2032 ausgeschöpft.
  1. den Verlauf, wenn seit 1990 die Spitzengruppe der 10 Prozent "nur" noch so viel emittieren würde, wie es der niedrigste Wert in dieser Gruppe angibt (etwa 11 Tonnen CO2 pro Kopf). Das ist gleichzeitig der höchste Emissionswert in der Gruppe der verbleibenden 90 Prozent. Das heißt, 10 Prozent der Weltbevölkerung emittieren 11 Tonnen CO2 pro Kopf [7], 90 Prozent emittieren weniger. Das Budget reicht dann 10 Jahre länger – bis 2042.
  1. den Verlauf, wenn seit 1990 die Gruppe der höchstemittierenden 20 Prozent "nur" noch so viel emittieren würde, wie es der niedrigste Wert in dieser Gruppe angibt (etwa 7 Tonnen CO2 pro Kopf). Das ist gleichzeitig der höchste Emissionswert in der Gruppe der verbleibenden 80 Prozent. Das heißt, 20 Prozent der Weltbevölkerung emittieren 7 Tonnen CO2 pro Kopf, 80 Prozent emittieren weniger. Das Budget reicht dann 18 Jahre länger – bis 2050.
  1. den Verlauf, wenn seit 1990 die Gruppe der höchstemittierenden 30 Prozent "nur" noch so viel emittieren würde, wie es der niedrigste Wert in dieser Gruppe angibt (etwa 4,8 Tonnen CO2 pro Kopf). Das ist gleichzeitig der höchste Emissionswert in der Gruppe der verbleibenden 70 Prozent. Das heißt, 30 Prozent der Weltbevölkerung emittieren 4,8 Tonnen CO2 pro Kopf, 70 Prozent emittieren weniger. Das Budget reicht dann fast 30 Jahre länger, bis 2061.

Auch ohne die Emissionen der Reichen – darunter fallen, jedenfalls bei weiterer Abgrenzung, auch der Großteil der Deutschen – müsste sich die Politik dringend um Klimaschutz bemühen. Aber es wäre bei weitem weniger aussichtslos, die Klimaziele noch zu erreichen.

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[1] Das IPCC ist ein zwischenstaatlicher Ausschuss auf UNO-Ebene, der regelmäßig zu Ursachen, Stand und Folgen des Klimawandels berichtet.
[2] Im Klimaabkommen in Paris 2016 wurde beschlossen, die Erwärmung definitiv auf 2 °C und möglichst auf 1,5 °C zu begrenzen.
[3] Die drastischen Klimaänderungen entwickeln sich in Jahrzehnten. Schnelle Entwicklungen gab es öfters in der Erdgeschichte, sagt man, aber in einer nach vielen Hunderten Millionen Jahren zählenden Zeit heißt "schnell" eine Periode von vielen, vielen Jahrtausenden mindestens, also eine Schnelligkeit, die absolut langsam ist im Vergleich zur Schnelligkeit der heute ablaufenden anthropogenen Veränderungen. Die heutigen Abläufe sind also unvergleichbar viel dynamischer und daher risikobehafteter als die "schnellen" Abläufe in anderen Erdzeitaltern.
[4] Bei schneller Reduzierung von Methan & Co könnte noch ein Budget von 600 Mrd. Tonnen CO2 verfügbar sein, bei langsamer Reduzierung würde es auf etwa 300 Mrd. Tonnen schrumpfen (IPCC, S. 46).
[5] Die IEA ist ein Gremium der OECD-Länder, also der reichen Staaten, zur Analyse und Beratung der Energiepolitik und zunehmend auch der Klima- und Energiewendepolitik.
[6] CO2 aus Verbrennung und Industrieprozessen.
[7] Zum Vergleich: Die durchschnittliche Emission von CO2 aus der Verbrennung und aus industriellen Prozessen beträgt in Deutschland 2021 etwa 8,1 Tonnen pro Kopf. Auch hier in diesem Land liegt weit mehr als die Hälfte der Menschen unter diesem Wert, dafür einige sehr viel darüber.