Union sägt Wirtschaftsweise Malmendier ab
Ulrike Malmendiers Amtszeit als Wirtschaftsweise dürfte Ende Februar abrupt enden. Die Union legte ein Veto gegen die weitere Beschäftigung der Ökonomin im Beratergremium der Bundesregierung ein. Der SPD passt das nicht.
Die Berufung Ulrike Malmendiers 2022 war ein Kompromiss der Ampelparteien, die die lange disputierte Nachfolge Lars Felds im Sachverständigenrat (SVR, bekannt als „Wirtschaftsweise“) klären mussten. Die Berkeley-Ökonomin hat zwar international einen hervorragenden Ruf, wird allerdings von der Bundesregierung zunehmend kritisch gesehen. Insbesondere die Union in Person des Wirtschaftsministeriums und des Kanzleramts positionierte sich nun klar gegen Malmendier, deren Amtszeit damit wohl am 28. Februar endet.
Über Gründe wird gemutmaßt. Die Süddeutsche Zeitung geht davon aus, dass Malmendier „geopfert“ werde, weil sie ebenso wie die meisten anderen Wirtschaftsweisen regelmäßig Kritik an der Wirtschaftspolitik von Union und SPD äußere. Im Gegensatz zu ihrer Kollegin Veronika Grimm, die zusätzlich als Beraterin bei Wirtschaftsministerin Katherina Reiche angesiedelt ist, stehe sie beim unionsgeführten Ministerium nicht hoch im Kurs. Man wünsche sich stärker ordnungspolitisch ausgerichtete Kandidaten der inhaltlichen Schlagrichtung Grimms.
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