Brief aus Brüssel

Strommarkt: Die Hütte brennt

| 13. September 2022

Die Energiekrise in Europa weitet sich immer mehr aus. Die EU-Kommission will nun mit einem Feuerwehreinsatz in letzter Minute gegensteuern. Doch das wahre Ausmaß der Krise hat sie immer noch nicht erkannt.

Der Markt wird’s schon richten. Dieses Credo wäre der EU vor einigen Jahren fast zum Verhängnis geworden. Als die Finanz- und Eurokrise tobte und die Ratingagenturen den Daumen über Griechenland, Spanien und Irland senkten, war der Kollaps nahe. Erst als die Europäische Zentralbank eingriff und Deutschland von seinen Dogmen abrückte, beruhigte sich die Lage an den Märkten.

Doch die EU hat nichts dazugelernt. Auch in der Energiekrise vertrauen Brüssel und Berlin auf das freie Spiel der Kräfte. Der Energiemarkt funktioniere einwandfrei, erklärte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen im Frühjahr. „Wir haben kein Stromproblem“, behauptete Superminister Robert Habeck im Sommer. Es sei gut, dass das „Preissignal“ wirke, meinten beide.

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