Makroskop
BASF in China

Die Lehre von Zhanjiang: Was Europa bei der industriellen Transformation fehlt

| 19. Mai 2026
IMAGO / Xinhua

BASF baut seine grünste Fabrik nicht in Europa, sondern in China. In Zhanjiang zeigt der Chemiekonzern, wie industrielle Dekarbonisierung funktionieren kann – mit billigem Grünstrom, langfristiger Planungssicherheit und massiven Investitionen. 

Am 26. März 2026 wehten über einer Halbinsel im Süden Chinas drei Fahnen: die der Volksrepublik, die der Bundesrepublik, die von BASF. Siebenhundert Gäste waren gekommen, um die Eröffnung des größten Einzelinvestitionsprojekts in der Geschichte des Ludwigshafener Chemiekonzerns zu feiern. 8,7 Milliarden Euro und ein Energiekonzept, das die Defizite europäischer Industriepolitik offenlegt. Hundert Prozent erneuerbarer Strom, abgesichert durch 25-Jahres-Verträge zu Preisen, von denen deutsche Standorte bestenfalls träumen.

Man muss anerkennen: China macht es. Während in Europa über Klimaziele debattiert, geklagt und vertagt wird, entstehen dort Industriestandorte, die diese Ziele bereits einpreisen. Die ökologische Transformation wird nicht angekündigt, sie wird gebaut.

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