Zahl der Woche
EZB erhöht den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte
Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat ihren Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Es ist die erste Zinserhöhung seit einem Jahr. Begründet wird der Schritt mit den inflationsfördernden Folgen des Krieges im Nahen Osten. Zugleich korrigierte die EZB ihre Inflationsprognose für 2026 auf drei Prozent nach oben.
Mehrere Ratsmitglieder, darunter Joachim Nagel und Isabel Schnabel, hatten im Vorfeld für ein frühzeitiges Gegensteuern geworben.
Der Zinsschritt kommt jedoch zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Wirtschaft der Eurozone leidet bereits unter schwacher Nachfrage und einer angespannten Auftragslage. Höhere Zinsen verteuern Kredite und bremsen Investitionen zusätzlich. Die EZB selbst rechnet für 2026 nur noch mit einem Wachstum von 0,8 Prozent.
Ob höhere Zinsen die durch steigende Energieimporte ausgelösten Preissteigerungen tatsächlich wirksam bekämpfen können, ist unter Ökonomen umstritten. Sicher ist dagegen: Die Lasten der Inflationsbekämpfung treffen vor allem jene Bereiche der Wirtschaft, die ohnehin schon schwächeln. Die Zahl 2,25 Prozent steht damit nicht nur für einen Zinssatz, sondern für den Versuch, einen geopolitischen Angebotsschock mit den Instrumenten der Geldpolitik zu bekämpfen.