Makroskop
Krise der Produktivität

Produktivität – eine Frage des Fleißes?

| 14. Mai 2026
IMAGO / Ukrinform

Produktivität hat weniger mit Fleiß als mit Energie, Maschinen und kluger Industriepolitik zu tun. Die moderne Ökonomik misst seit Jahrzehnten das Falsche – und zieht daraus die falschen politischen Schlüsse.

Andrew Bailey, der Gouverneur der Bank of England, meinte etwas ganz Großem auf der Spur zu sein, als er kürzlich sagte: Wenn wir wollen, dass die Wirtschaft wächst, muss jeder von uns mehr Output produzieren. Ein verführerisch einfacher Satz. Und ein grundlegend falscher. Denn er enthüllt eine der hartnäckigsten Fehlannahmen der modernen Wirtschaftswissenschaft – eine Fehlannahme, die politische Entscheidungen seit Jahrzehnten vergiftet und uns in eine Sackgasse manövriert hat.

Ein Mythos namens „Total Factor Productivity"

Wenn Ökonomen heute über stagnierende Produktivität klagen, meinen sie in der Regel eine Größe namens Total Factor Productivity (TFP). Dieses Konzept ist so omnipräsent in der Fachliteratur wie es in der Realität inexistent ist. Es ist ein statistisches Artefakt – ein Mythos, der aus einem methodischen Taschenspielertrick entstanden ist.

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