Mehr Staatsschulden = höhere Zinsen? Ein Blick auf die Daten
Die Erzählung ist einfach: Mehr Staatsschulden bedeuten höhere Zinsen. Doch stimmt das wirklich? Ein Vergleich internationaler Daten legt etwas anderes nahe.
Wenn der Staat mehr ausgibt und sich dafür stärker verschuldet, muss er zwangsläufig auch höhere Zinsen zahlen – dieses Argument ist nahezu ein Reflex in den finanzpolitischen Debatten. Die Vorstellung dahinter: Steigt die Staatsverschuldung, verlangen Anleger höhere Renditen für das Halten von Staatsanleihen. So schrieb kürzlich die Wirtschaftswoche:
„Übersteigt die Schuldenquote 90 Prozent, werden Geldgeber nervös. Sinkt das Vertrauen in den Staat, verlangen sie in der Regel höhere Zinsen. (…) Problematisch ist hierbei, dass durch die höhere Verzinsung der Berg an Schulden schneller wächst. Deswegen warnen manche Ökonomen vor steigender Staatsverschuldung, da es zu einem Anstieg der Zinsen kommen kann.”
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