Makroskop
Kommentar

Prävention in Deutschland: Jeder für sich – und die Regierung gegen alle

| 20. Mai 2026

Gesundheitsprävention scheitert nicht nur am Verhalten der Menschen, sondern an der Politik selbst. Das zeigt die Bundesregierung, die mit ihrer Energie-, Sozial-, Verkehrs- und Agrarpolitik zentrale Krankheitsursachen erfolgreich fördert.

Die Gesundheitsausgaben steigen und steigen. Doch anstatt die Ursachen anzugehen, setzt die Bundesregierung neben Leistungskürzungen und Patientenzuzahlungen auf Prävention. Aber Kostensenkung durch Vorbeugung gehört in das Reich der Mythen – vor allem wenn sich Prävention auf das Verhalten der Einzelnen, deren Ernährungsgewohnheiten, Drogenkonsum oder sportliche Aktivität konzentriert. 

Eine langfristige Verbesserung der Bevölkerungsgesundheit kann nur gelingen, wenn auch die Lebens-, Arbeits- und Einkommensbedingungen, die Bildung oder die Nahrungsmittelindustrie und andere gesellschaftliche Bereiche gesundheitsfördernd sind. Diesbezüglich erweist sich die aktuelle Bundespolitik mehr als ernüchternd.

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