Haben Mehrheiten Rechte?
Die Mehrheit der „White British“ schwindet rasant. Die Politik teilt sich zunehmend in jene, die das umtreibt, und jene, denen es gleichgültig ist. Doch kann nationale Solidarität überleben, wenn es keine ethnischen Mehrheiten mehr gibt?
Es gibt viele Erklärungen für die Wolke aus Pessimismus und Angst, die seit dem Finanzcrash über Großbritannien und den meisten anderen westlichen Ländern hängt. In vielen Regionen: schleppendes Wirtschaftswachstum; der Aufstieg Chinas und die Zersplitterung des Westens; die Verschiebung des politischen Fokus weg von ökonomischen Fragen hin zu schwerer kompromissfähigen Wertespaltungen (siehe Brexit); der Aufstieg der Wissensökonomie und der Statusverlust für Menschen mit durchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Einkommen; weniger stabile Familienverhältnisse; Sorgen über die Folgen von Klimawandel, KI und Echokammern sozialer Medien; die Pandemie und ihre Nachwirkungen. Jeder wird eigene Quellen der Unruhe und weitere Bruchlinien hinzufügen wollen.
Seit sich die Geschichte im 18. Und 19. Jahrhundert nach der industriellen Revolution und der Entstehung moderner Nationalstaaten beschleunigte, gab es nur wenige Phasen relativer Ruhe. Man denke an die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vielleicht aber wird die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts rückblickend als eine solche Phase der Ruhe gelten. Im politischen System Großbritanniens spiegelte sich das in einem stabilen Zweiparteiensystem, das trotz scharfer ökonomischer Gegensätze einen breiten Konsens über Grundwerte und den Platz des Landes in der Welt abbildete. Dieses System zerbricht nun – als Reaktion auf einige der oben genannten Kräfte.
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