Zinspolitik ist machtlos gegen die neuen Preissteigerungen
Nicht zu hohe Nachfrage, sondern geopolitische Konflikte und fragile Lieferketten treiben die neuen Preisschocks. Dennoch bekämpfen Zentralbanken das Problem mit Zinsen – einem Werkzeug, das die wahren Ursachen der Teuerung nicht erreichen kann.
Fast das gesamte Jahr 2025 und das frühe Jahr 2026 über haben die Zentralbanken das Ausharren auf einem erhöhtem Zinsniveau als Akt der Klugheit verkauft. Weil die Preise trotz der lahmenden Wirtschaft wieder anziehen, predigen Institutionen wie die US-Notenbank (Fed) und die Bank of England nun Geduld und „Datenabhängigkeit“ – eine Haltung, der vor allem von der Angst vor einer tiefen Rezession getrieben ist.
Diese Haltung hat die Debatte auf eine altbekannte Frage gelenkt: Wie lange können die Zentralbanken Zinserhöhungen noch hinauszögern? Doch diese Fragestellung geht am Kern vorbei. Das Problem ist nicht das Tempo der geldpolitischen Straffung. Das Problem ist die Fiktion, höhere Zinsen seien eine wirksame oder auch nur neutrale Antwort auf den aktuellen Inflationsdruck.
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