Makroskop
Bildungssystem

Bildung: Die stille Sparpolitik trifft ein System am Limit

| 21. April 2026
IMAGO / Rolf Zöllner

Seit Jahrzehnten leidet das Bildungssystem an chronischer Unterfinanzierung. Mehr und mehr wird eine staatliche Kernaufgabe aufs Spiel gesetzt und zunehmend Privatschulen überlassen. Doch die sind Teil des Problems.

Das deutsche Bildungssystem steht vor immensen Herausforderungen. Genannt seien nur einige Schlagworte: Integration, Digitalisierung, Fachkräftemangel, marode Infrastruktur, Ganztagsbetreuung, soziale Ungleichheit. Seit Jahrzehnten sind die Probleme bekannt – und doch geschieht wenig bis nichts. Deutschland ist immer noch weit von dem selbstgesetzten Anspruch einer „Bildungsrepublik“ entfernt. Denn Bildung genießt aller politischen Rhetorik zum Trotz hierzulande keine Priorität.

Das lässt sich auch an den Bildungsausgaben ablesen. Diese sind zwar in den vergangen zehn Jahren absolut um 46 Prozent gestiegen, bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt waren das allerdings nur magere 0,2 Prozentpunkte. Nach wie vor liegen die Bildungsinvestitionen in Deutschland mit 4,4 Prozent des BIP unter dem OECD-Durchschnitt und deutlich unter den Ausgaben von Ländern wie Israel, Norwegen und dem Vereinigten Königreich mit über 6 Prozent. Gemessen an den stetig steigenden Schülerzahlen und den vielfältigen Problemen ist das vollkommen unzureichend. Nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz werden im Jahr 2032 insgesamt 11,8 Millionen Schüler beschult werden müssen, knapp 600.000 mehr als 2024.

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