Wird die 1.000-Euro-Prämie zum Rohrkrepierer?
3.000 Euro 2022, heute 1.000 Euro? Der neue Bonus der Bundesregierung trifft auf ein völlig anderes wirtschaftliches und politisches Umfeld als damals die Inflationsausgleichsprämie – und stößt auf deutlich mehr Widerstand.
Als die Bundesregierung beschloss, mit der steuer- und abgabenfreien 1.000-Euro-Prämie auf die steigenden Kraftstoffpreise zu reagieren, dürfte sie kaum mit diesem Ausmaß an Widerstand gerechnet haben. Zwar können die Unternehmen selbst entscheiden, ob sie die Zahlung bis 2027 leisten – doch viele Arbeitgeberverbände reagieren ungewöhnlich scharf.
Christoph Alhaus, Vorsitzender des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, brandmarkt die Sonderzahlung als „Unverschämtheit“ und fürchtet um den sozialen Frieden in den Betrieben. Der Präsident des Handelsverbandes Deutschland Alexander von Preen nennt den Vorstoß "unredlich". Der Staat wälze seine Verantwortung, die Bürger zu entlasten, auf die Privatwirtschaft ab. Der Bonus würde zudem in "diesen ohnehin wirtschaftlich schwierigen Zeiten für enorme finanzielle Mehrbelastungen bei Unternehmen" sorgen.
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