Deutsche Produktion in historischer Krise
Seit 2018 ist die Industrieproduktion im Verarbeitenden Gewerbe um rund 13 Prozent zurückgegangen – einer der längsten und tiefsten Einbrüche der Nachkriegsgeschichte. Branchen, die traditionell das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, trifft es besonders hart: So meldete der Branchenverband BDI zuletzt für zentrale Industriezweige Rückgänge von bis zu 8,5 Prozent im Maschinenbau und knapp 7 Prozent in der Automobilproduktion binnen Jahresfrist.
Auch kurzfristig zeigt sich die Dynamik der Krise in ungewöhnlich starken Ausschlägen. Allein im Dezember 2025 sank die Industrieproduktion um 3 Prozent, wobei die Schlüsselbranchen Maschinenbau (–6,8 Prozent) und Autoindustrie (–8,9 Prozent) besonders deutlich nachgaben. Im Jahresverlauf ergibt sich daraus ein durchgehend schwaches Bild: 2025 lag die Gesamtproduktion im Produzierenden Gewerbe nochmals 1,1 Prozent unter dem Vorjahr.
Parallel verschlechtern sich die Frühindikatoren. Die Exporterwartungen der Automobilindustrie sind zuletzt klar ins Negative gerutscht, was auf ausbleibende Nachfrageimpulse aus dem Ausland hindeutet. Gleichzeitig verlieren die Unternehmen an Substanz: Allein im Maschinenbau gingen 2025 rund 22.000 Arbeitsplätze verloren, während die Autoindustrie binnen eines Jahres sogar knapp 50.000 Stellen abbauen musste.
Das Bild, das die Grafik zeichnet, ist eindeutig: Die deutsche Industrie steckt nicht nur in einer konjunkturellen Delle, sondern in einer strukturellen Schwächephase. Rückläufige Produktion, schwache Auftragseingänge und schwindende Beschäftigung verstärken sich gegenseitig – ein Abwärtstrend, der zunehmend auch die Breite der Wirtschaft erfasst.